Die Geschichte von Kreta

Die Geschichte von Kreta reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. So weisen Fundstücke von archäoligischen Grabungen auf eine bäuerliche Besiedlung der Insel von etwa 6000 Jahre v. Chr. hin. Sie ist geprägt durch die Eroberung der Römer, den Byzantinern, den Venezianern, den Türken und den Nazis.


Minoische Zeit

Die minoische Zeit ist die Bronzezeit Kretas. Sie reicht von etwa 1000 Jahre v. Chr. bis etwa 3000 Jahre v. Chr. zurück und ist in diverse Palastzeiten unterteilt. Sie ist geprägt durch eine hohe kulturelle Entwicklung, in dessen Zeit auch mehrere Paläste erbaut wurden. Viele der Paläste wurden inszwischen ausgegraben und wurden zum Teil auch wieder rekonstruiert. Umstritten sind insbesondere die Rekonstruktionen des Palastes von Knossos, die vom Archäologen Sir Arthur Evans vorgenommen wurden.
Einen sehr ausführlichen und aber auch interessante Details zu der minoischen Zeit findet man hier. Der Geschichte von Kreta kommt man im Palast von Knossos näher, der Palast ist trotz der fantasievollen Rekonstruktion einen Ausflug wert.

Rekonstruierte Säulen in Knossos
Knossos ist eins der best besuchten Ausgrabungen der Insel.

Zerstörung der alten Städte

Während der Invasion der Dorer aus nordwest Griechenland in der frühen Eisenzeit (ca. 1000 v. Chr.) wurden die meisten Städte und Siedlungen auf der Insel zerstört. Die Bevölkerung zog sich dabei weiter ins unzugängliche Inselinnere zurück. In der folgenden archaischen Zeit stieg die Bevölkerungsdichte insbesondere im Westen der Insel. Neue Städte wie z.B. Falassarna und Polirinia wurden gegründet. Heute lassen sich übrigens beide Städte in Ausgrabungen besuchen.

Römische Besetzung Kretas

Nach der archaischen, klassischen und hellenistischen Periode folge die römische Periode. Rom hatte 71 v. Chr. zunächst eine Besetzungsversuch gestartet, diesen aber verloren. Ein paar Jahre später in 69 v. Chr. und nach drei Jahren Widerstand war aber ein 2. Versuch erfolgreich. Rom eroberte Kreta und somit auch die Geburtsstätte von Zeus. Während des römischen Friedens wurde die Insel wohlhabend. Die römische Hauptstadt auf der Insel war Gortys, deren sehenswerte Ausgrabung sich heute noch besuchen lohnt. In Gortys entwickelte sich etwa im Jahr 59 das Christentum. Der Apostel Paulus soll hier gepredigt haben.

Stein in Gortys mit Schriftzeichen
In Gortys wurden die Gesetzestexte an Mauern niedergeschrieben.

Byzantinische Jahre

Im Jahr 824 wurde Kreta von Arabern verwüstet, mehrere Städte wurden zerstört. Kreta und insbesondere das frühe Iraklion wurde als Zentrum für Kaperfahrten gegen Byzanz genutzt. Byzanz versuchte mehrfach die Insel zurück zu erobern, was ihnen im Jahr 961 letztendlich dann auch gelang.

Venezianische Herrschaft

Nach dem vierten Kreuzzug erwarb die venezianische Republik im Jahr 1204 Kreta. Die Insel wurde eine wichtige Kolonie von Venezien. Während dieser Zeit wurden viele Kreter enteignet und die Besitztümer gingen in Hand von venezianischen Rittern über. Die Bevölkerung erhöhte sich auf 200000 Einwohner und die Hauptstadt Candia (Chania) wurde zu einem wichtigen Handelszentrum im Mittelmeerraum. Später nach der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen flohen viele Griechen auf die Insel.

Rimondi Brunnen mit seinen drei Löwen
Der Rimondi Brunnen wurde gebaut, um die Einwohner von Rethimno mit Wasser zu versorgen.

Türkische Besetzung Kretas

In den Jahren 1645 bis 1669 eroberte das Osmanische Reich Kreta. Unter der Herrschaft konvertierten viele Kreter zum Islam, dass bald Christen die Minderheit der Bevölkerung bildeten. Viele Kreter zogen sich in die schwer zugängliche Sfakia zurück und leisteten Widerstand gegen die Türken. Der erste Aufstand der Kreter unter der Führung von Daskalogiannis im Jahr 1770 wurde jedoch niedergeschlagen. In den folgenden Jahren gab es mehrere Freiheitskämpfe, welchem sich auch Griechenland später anschloss und was am Ende zum Türkisch-Griechischen Krieg führte und 1897 zur Niederlage Griechenlands führte. Kreta erhielt nur auf Druck europäischer Großmächte den Status eines internationalen Protektorats.

Neratze Moschee mit seinem Minarett
Die Neratze Moschee ist inzwischen eine Musikschule und kann nicht mehr besichtigt werden.

1898 wurde Kreta unter Aufsicht der internationalen Schutzmächte Großbritanien, Italien, Frankreich und Russland unabhängig. 1908 wurde die kretische Regierung von griechischen Nationalisten gestürzt, eine neue kretische Regierung unter Eleftherios Venizelos erklärte eine Union mit Griechenland. Die muslimische Bevölkerung wurde nach dem Vertrag von Lausanne in die Türkei vertrieben.

Gräueltaten der Nazis

Die mit dunkelste Geschichte von Kreta begann 1941 als deutsche und italienische Truppen Kreta eroberten. Viele Kreter schlossen sich dem Partisanen an und kämpften, in der Folge kam es zu mehreren Kriegsverbrechen durch die Nazis. So wurden z.B. am 2. Juni 1941 männliche Bewohner des Ortes Kondomari erschossen, am 14. September 1943 wurden 500 Bewohner, zumeist Frauen und Kinder in der Gemeinde Viannos erschossen, am 20. Mai 1944 wurden fliehende Einwohner des umstellten jüdischen Viertels von Chania erschossen. Während der Besatzung kamen rund 8000 Kreter zu Tode.