Wanderung durch die Aradena Schlucht nach Loutro

Eine meiner Lieblingswanderungen auf Kreta führt durch die Aradena Schlucht und geht dann weiter über den Marmara Strand bis nach Loutro. Ich finde die Route so schön, weil sie einem so viele schöne Eindrücke vermittelt. Und das beginnt schon am Anfang der Wanderung im fast verlassenen Dorf Aradena und zieht sich dann durch die unglaublich schöne Schlucht hinunter bis zum Marmara Beach, wo man wunderbar im klaren Wasser baden kann. Am Ende der Wanderung lockt dann noch das kleine Fischerdorf Loutro.


Zuletzt bin ich den Weg im April 2016 bei Sonne und kühlen 21° C gelaufen. Eine sehr angenehme Temperatur für eine Wanderung. Aber ich bin den Wanderweg auch schon bei heißen 30° C oder mehr gelaufen. In der Schlucht selber ist die Hitze dann nicht ganz so schlimm, weil es hier sehr viel Schatten gibt. Beschwerlich wird es da ab dem Verlassen des Marmara Beach, wenn es die letzten Kilometer an der Südküste in der prallen Sonne in Richtung Loutro geht.

1. Etappe: Durch die Aradena Schlucht

Der erste Abschnitt der Wanderung startet oben im Dorf Aradena an der Brücke, an der man gelegentlich auch Bungee Jumping machen kann. Bei der Brücke am Zugang zum Dorf gibt es auch einen kleinen Kiosk, wo man sich in der Saison mit Getränken und Snacks versorgen kann. Falls man sein Auto parken möchte, findet man hier auch genügend Parkplätze. Ich finde aber, dass das keinen Sinn macht, weil man ja ansonsten wieder zurück zum Anfang der Wanderung muss.

Brücke am fast verlassenen Dorf Aradena
Durch die Bohlen der Brücke kann man bis zum Boden der Schlucht blicken.

Wenn man wirklich mit dem Auto unterwegs ist, so würde ich das Auto eher unten in Chora Sfakion am Amphitheater unter den Bäumen parken und mich dann von einem Taxi hochfahren lassen. In Chora Sfakion gibt es einen Taxi-Betrieb, der das macht. Oder man nimmt den Bus von Chora Sfakion hoch in Richtung Anopoli. Der Fährt aber nur in der Saison.

Eingang zur Schlucht

Bei der Brücke am Kiosk geht es jedenfalls erstmal durch einen kleine Tür im Zaun. Man folgt dann weiter dem Weg den Schildern zum Eingang der Schlucht, also da wo es herunter geht. Eigentlich kann man das nicht verfehlen. Wer möchte kann natürlich das Dorf mit seinen alten und zum Teil kaputten Steinhäusern erkunden und vielleicht sich nochmal die Kapelle mit dem Friedhof ansehen.

Lageplan der Wanderung
Diese Übersichtskarte befindet sich am Eingang zum Dorf.

Hat man das Dorf also passiert, geht es zunächst einen Weg in Serpentinen-Art runter ins alte Flussbett. Der Weg runter ist nicht sonderlich schwer, hier und da muss man aber trotzdem aufpassen, dann man nicht auf losen herumliegenden Steinen ausrutscht bzw. über diese stolpert.

Unten angekommen geht es dann zunächst weiter in Richtung Süden, also so, dass man unter der Brücke drunter her läuft. Anschließend geht es weiter im Flussbett, in dem es sich gut laufen lässt.

Die Aradena Brücke von unten
Von unten sieht die Aradena Brücke auch sehr beeindruckend aus. Hoffentlich wirft niemand was runter.

Den Markierungen die Treppen hoch folgen

Weiter im Weg kommt man dann an eine Stelle, wo die Wegmarkierungen einen rechts wieder nach oben führen. Ich empfehle auch den kleinen Umweg zu laufen, weil es der sicherere und markierte Weg ist. Alternativ kann man auch weiter das Flussbett herunterlaufen, wird dann aber bald – teilweise im Geröll – klettern müssen. Mir ist der offizielle Weg jedenfalls lieber.

Weg am Rand der Schlucht
Der Ausblick auf die Aradena Schlucht ist von oben besonders beeindruckend.

Folgt man dem markierten Weg die Stufen hoch, bekommt man nach kurzer Zeit auch einen herrlichen Blick von oben auf die Schlucht geboten. Anschließend geht es dann auch schon wieder runter zum Flussbett.

Jetzt geht man erstmal eine Weile weiter. Es ist nicht schwierig zu laufen. Bis man an eine Stelle kommt, wo man dann auch ein klein wenig klettern muss. Es geht zunächst über einige große Steine und später auch noch ein kurzes Stück durch Geröll. Von der Schwierigkeit fand ich es nicht sonderlich anspruchsvoll, allerdings würde ich das niemandem empfehlen, der Angst vor Höhe hat oder nicht trittsicher ist.

Hat man diese Stelle erst mal passiert, erreicht man bald das grüne Herz der Schlucht. Hier gibt es viel Grün und Bäume im Flussbett und einige geeignete schattige Stellen, die sich gut für eine Pause eignen. Geht man einfach weiter, kommt man dann auch schon bald am Ausgang der Schlucht, am Marmara Beach, an.

Taverne und Baden am Marmara Strand

Der Ausgang der Aradena Schlucht ist am Marmara Beach. Hier kann man sich gut einer längeren Pause hin geben und sich rechts oben am Felsrand in der Taverne mit Essen und Trinken stärken. Von hier hat mach auch einen guten Ausblick auf die Südküste Kretas und den Strand. Wer möchte, kann hier sogar einen kleinen Bungalow beziehen. Auskunft hierzu gibt einem gerne der Wirt der Taverne. Der Strand eignet sich natürlich auch einfach nur zum Baden. Das Wasser ist sauber und klar.

Marmara Beach - Ausgang der Aradena Schlucht
Am Ausgang der Aradena Schlucht lädt der Marmara Beach zum Baden ein.

2. Etappe: Vom Marmara Beach nach Loutro

Hat man sich genug ausgeruht, geht es an der Küste entlang weiter in Richtung Osten nach Loutro. Hierzu geht man die andere Seite von der Taverne den Felsen hoch. Markierungen weisen den Weg, der sich ab hier europäischer Fernwanderweg E4 nennt. Der Wanderweg ist bis auf an einer Stelle einfach zu laufen. Die etwas schwierige Stelle kommt kurz vor den ersten Häusern am Likos Beach. Hier muss man leider ein paar Meter hoch am Fels entlang klettern. Für Menschen mit Höhenangst ist das nichts. Unten im Video ab Minute 5:11 kann man in etwa erahnen, wie diese Stelle aussieht.

Kennzeichen des europäischen Fernwanderweg E4
Die Wegmarkierung des europäischen Fernwanderwegs E4 auf Kreta ist gelb-schwarz.

Hat man diese Stelle passiert, dann geht es den Markierungen der E4 die Küste entlang weiter. Ab hier gibt es keine Überraschungen mehr. Einzig die eigene Ausdauer und die Hitze bzw. direkte Sonneneinstrahlung kann den weiteren Weg erschweren.

Loutro und dann mit der Fähre nach Chora Sfakion

In Loutro angekommen kann man sich am Ende der Wanderung noch mal richtig im Wasser oder am Strand von den Strapazen erholen. Oder sich einfach ein gutes Essen und ein Bier in den zahlreichen Tavernen gönnen und auf die Fähre zurück nach Chora Sfakion warten.

Loutro an Kretas Südküste von Osten aufgenommen
Loutro ist zurecht ein beliebtes Dorf an Kretas Südküste. Hier kommt man nur mit der Fähre oder zu Fuß hin.

Wissenswertes

  • Dauer der Wanderung: ca. 5 Stunden (ohne Pause).
  • Strecke: ca. 10 Kilometer (etwa 7 km durch die Aradena Schlucht und etwa 3 vom Marmara Beach nach Loutro).
  • Merkmale: Einfache markierte Streckenführung, leicht zu laufen – jedoch mit ein paar Kletterpassagen, GPS ist nicht nötig. Ich habe hier aber trotzdem die GPS Daten aufgezeichnet (aradena-marmara-GPX.zip / marmara-loutro-GPX.zip)
  • Schwierigkeitsgrad: Geeignet auch für untrainierte Personen und Kinder ab ca. 10 Jahre. Trittsicher muss man sein und man darf keine Höhenangst haben.
  • Empfohlene Ausrüstung: Wanderstock, Wanderschuhe, Sonnenhut, Sonnencreme mit sehr hohem Sonnenschutzfaktor, ausreichend Wasser (min. 3 Liter, ggf. in der Taverne am Marmara auffüllen), etwas Essen für unterwegs.

Und hier noch ein kurzes Video von meiner letzten Wanderung durch die Aradena Schlucht bis nach Loutro. Viel Spaß